Letztens beim Elterngespräch im Kindergarten, guckte ich mir Amélie’s Stasi-Akte Kindergartenordner an und freute mich über das von ihr gemalte Familienportrait.
3 Sekunden konnte ich das Familienportrait freudig und unvoreingenommen betrachten, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Amélie *oh Schreck oh Graus* keinem einzigen Familienmitglied Haare auf den Kopf malte.
Ich war etwas irritiert, verstand ich den Zusammenhang irgendwie gar nicht. Und ja, das einzig künstlich wirkende an diesem Portrait waren die Haare. Sie sahen bei jedem gleich aus.
Wie ich jetzt drauf komme? Hier liegt ein Bild neben mir, das Amélie mir vor knappen 10 Minuten freudig hinlegte und mir erklärte, dass sie die am Spätnachmittag geplante Grill-Session gemalt hätte:
Na, was fällt euch auf?
Genau! Haare scheinen der Tochter im Moment irgendwie nicht wichtig zu sein…
Anm.: ich verstehe nicht, warum das Kind Männchen/Blumen/Bäume/etc. nach einer bestimmten Vorstellung/Vorgabe –> Männchen mit Haaren, Blumen mit Blättern, Bäume mit Ästen, etc. malen muss/soll. Ich weiß, dass meine Tochter weiß, wie Menschen/Blumen/Bäume aussehen und die wichtigsten Merkmale kennt. Sie weiß, was zu einem Gesicht gehört, sie weiß, dass Autos Räder haben und sie weiß auch, dass wir alle Haare auf dem Kopf haben. Also was ist der pädagogische Hintergrund für den Zwang IHR Familienportrait mit Haaren ausstatten zu müssen??? Ich kann’s ehrlich nicht nachvollziehen.


